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Erneuter Anquatschversuch in der Ortenau

22. Oktober 2013

Im August fand ein weiterer Anquatschversuch im Raum Achern statt. Uns erreichte dazu folgendes Schreiben, das wir leider erst deutlich verspätet veröffentlichen.

Am vergangen Mittwoch, den 14. August 2013, wurde ein Antifaschist im Raum Achern nach der Mittagszeit vor seiner Wohnung abgepasst, um ihn zur Zusammenarbeit zu überreden.

Der betont nette Beamte, der sich gleich zu Beginn mit seinem Amtsausweis vorstellte, dachte wohl, dass nur weil die betroffene Person seit einiger Zeit nicht mehr im – wörtlich – „Black Block“ für die Schnüffler erkennbar gewesen sei, bereitwillig mit der Repressions- und Unterdrückungsbehörde sprechen würde. Auch wenn dies natürlich nicht zum Nachteil des Genossen sein solle, sondern sogar noch zum Vorteil der „linken Szene“, an die es in der Region richtig schwierig sei, dranzukommen, wie der Beamte jammerte.
Der VS-ler grenzte sich deutlich vom Staatsschutz ab und versuchte kurz, mit dem Thema Stuttgart 21 und die allseits bekannte Polizeigewalt während den Protesten, zu erwähnen, dass es ihm auch darum gehe, „Polizisten ins Visier zu nehmen“ und es doch nicht um Verrat gehen soll. Der Staatsdiener versuchte des Weiteren mit Gesprächsversuchen über z.B. Tatoos, die Arbeitsstelle und Fortbewegungsmöglichkeiten eine lockere Gesprächsatmosphäre herzustellen, um dann direkt nach der Telefonnummer des Antifaschisten zu fragen, was selbstverständlich abgelehnt wurde, genauso wie jede andere Frage.

Der Mann stellte sich als Nicolai vor und ist angeblich unter der Nummer 0152/23829101 zu erreichen. Er ist vermutlich zwischen 35 und 40 Jahren, hat dunkelblonde/hellbraune Haare und war etwa 1,80 m groß.

Der aktuelle Anquatschversuch reiht sich ein in eine Vielzahl weiterer Versuche der Geheimdienste Informationen über linke Strukturen in Nord- und Mittlebaden zu gewinnen: Chronik der Anquatschversuche

In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass gegen die Praxis der Anquatschversuche nur die entschiedene Ablehnung jedes Gespräches hilft. Auch vermeintlich unbedeutende Dinge helfen den Behörden, Zusammenhänge zu erkennen.

Wir empfehlen daher, Ruhe zu bewahren und jede Form eines Gespräches entschieden abzulehnen. Egal wie blöd die Situation auch sein mag: mit den Verfolgungsbehörden zu sprechen, macht alles nur schlechter. Es gibt auch keine Belanglosigkeiten. Alles, was die Leute vom VS zu dir sagen, dient dazu, ein Gespräch in Gang zu bringen. Alles, was du sagst, ist ein Signal für sie, dass sie vielleicht doch eine Chance bei dir haben. Leht jede Kommunikation konsequent ab.
Auch die Vorstellung, aus den Beamten Informationen herauszuholen, ohne selbst etwas Preis zu  geben, ist naiv und  gefährlich! Das  funktioniert  nicht, schließlich sind sie genau darauf trainiert. Der Verfassungsschutz hat keinerlei polizeiliche Befugnisse . Gesetzlich gesehen hat er keine Druckmittel gegen Euch. Werft ihn raus, schickt ihn weg!

Wenn ihr von einem Anquatschversuch betroffen seid, macht möglichst schnell ein Gedächtnisprotokoll, tauscht Euch mit Genoss_innen aus und wendet Euch an lokale Antirepressionsgruppen. Die Veröffentlichung von Anquatschversuchen hilft auch anderen, sich darauf vorzubereiten.

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