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Der Kampf geht weiter, ob vor oder hinter den Mauern der Knäste!

18. März 2022

Kundgebung zum Tag der politischen Gefangenen in Karlsruhe

Am heutigen Freitag, dem 18.03., fanden sich anlässlich des Tages der politischen Gefangenen 80 Menschen zu einer Kundgebung der Roten Hilfe Karlsruhe zusammen.

Dieser Tag hat für uns als Linke eine besondere Bedeutung. An diesem Tag sind wir mit unseren Gedanken bei all denen, die aufgrund ihrer politischen Betätigung von Repression betroffen sind. Viel zu viele stehen aktuell vor Gericht oder müssen horrende Geldstrafen zahlen – viel zu viele sitzen aktuell im Gefängnis – sei es, weil sie aktiv gegen Nazis vorgehen, weil sie sich für Klimagerechtigkeit einsetzen oder weil sie allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu linken Gruppen verfolgt und kriminalisiert werden.

Umso wichtiger, dass heute so viele Menschen zusammen gekommen sind und Geschlossenheit und Solidarität demonstrierten.

So startete die Kundgebung auch mit einer Einleitung der Ortsgruppe der Roten Hilfe, in der ein besonderes Augenmerk auf die Wichtigkeit von Solidaritäts- und Unterstützungsarbeit vor allem in diesen Zeiten gelegt wurde. In den weiteren Redebeiträgen wurde dies immer wieder betont und dabei auf die vielen unterschiedlichen, aber vereinenden Kämpfe aufmerksam gemacht.

Eine Vertreter*in des Antikapitalistischen Klimatreffens ging auf die Repression gegen die Klimaktivist*in Ella ein, die im Rahmen der Besetzung des Dannenröder Forsts festgenommen und seitdem in Untersuchungshaft sitzt – ihr droht eine lange Haftstrafe. Auch das Klimakollektiv Karlsruhe (KliKo) befasste sich in seinem Redebeitrag mit der Repression gegen Klima- und Umweltaktivist*innen, die beispielsweise aufgrund von Protesten gegen Kohleabbau und ihrem Kampf für eine klimagerechte Welt kriminalisiert werden. Das Offene Feministische Treffen Karlsruhe mahnte die sexistische Polizeigewalt gegen Frauen* an, der linke Aktivistinnen immer wieder ausgesetzt sind und die leider viel zu wenig Beachtung findet. ANIKA (Anarchismus in Karlsruhe) berichtete von der Verfolgung von Anarchist*innen in Belarus und Russland, aber auch Anarchist*innen in der Ukraine, die gerade gegen die russische Invasion kämpfen. Im Redebeitrag des Offenen Antifa Treffens Karlsruhe wurde unter anderem auf die in Haft sitzenden Antifaschist*innen Findus, Dy und Lina eingegangen und weiteren Antifas, denen eine Haftstrafe unmittelbar droht. Der Vertreter des OATs betonte dabei vor allem die Stärke, die sich aus dem solidarischen Umgang mit dieser Situation für die antifaschistische Bewegung ziehen lässt und die Angriffe des Staates somit ins Leere laufen lässt.

Passend dazu wurde zum Ende noch das Grußwort von Findus verlesen, der aktuell in Heimsheim im Gefängnis sitzt. Er gibt uns Folgendes auf den Weg:

[…] Genau für diese neue, befreite Gesellschaft müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun. Dass das einfach wird, will ich nicht behaupten. Auch wenn mit der Zeit leider mehr von uns hinter die Mauern der BRD gesperrt werden, gibt es keine wirkliche Alternative zum Aufbau dieser Gegenmacht. Aber wenn wir mal ehrlich sind, wir haben nichts groß zu verlieren außer unserer persönlichen Freiheit; was ist die Freiheit des Individuums schon wert, wenn wir im Tausch für sie den Grundstein für eine befreite Gesellschaft legen? […]“

Nach der Kundgebung versammelten sich viele Kundgebungsteilnehmer*innen noch für ein Solifoto für die politischen Gefangenen und ließen den Abend bei Soligetränken im Linken Zentrum Barrio137 ausklingen. Auch wenn der heutige Tag zu Ende geht, unsere Solidarität endet heute nicht! Sie ist fortwährender Bestandteil unsere politischen Arbeit – sie ist unsere Waffe!

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