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Wieder Anquatschversuche in der Region

5. Mai 2022

In den letzten Wochen kam es in Baden-Württemberg wieder zu mehreren Anquatschversuchen in linken Zusammenhängen, so auch in Karlsruhe und Ettlingen. Damit ihr schon mal wisst, wie solche Anquatschversuche durch die Ordnungsbehörden in der Regel ablaufen und ihr euch vorbereiten könnt, dokumentieren wir die beiden Fälle hier.

Der erste Anquatschversuch ereignete sich am 06.04.22 ca. um neun Uhr. Zwei männlich gelesene Personen kamen zu der WG der betroffenen Person. Dort gaben sie sich auf Nachfrage als „Bekannte“ aus. Da die Person nicht zu Hause war, versuchten es die Zwei eine Stunde später bei der Arbeitsstelle. Dort stellten sie sich allerdings mit einem Ausweis vor. Leider lässt sich nicht mehr rekonstruieren was darauf stand. Sowohl in der WG als auch auf der Arbeitsstelle wurde die Person nicht angetroffen.

Einer der Männer stellte sich als Ralf Ludwig vor, beide ca. 180cm groß, über 50 Jahre alt, schwarze Funktionskleidung, leicht grau meliertes Haar.

Der zweite Anquatschversuch fand am 29.04. zwischen 10 und 11 Uhr statt. Diesmal war es nur eine männlich gelesene Person, die anquatschen wollte. Der Versuch blieb beim Versuch. Nachdem die Person meinte, sie wäre von den Sicherheitsbehörden wurde das Gespräch sofort beendet und die Person weggeschickt. Der Anquatscher hat eine Brille getragen und ein schwarz-weißes Baseball-Kappe auf. Er war ca. 170cm groß, hatte dunkle Haare und war Ende 30 bis Anfang 40.

Solche Anquatschversuche sind leider keine Seltenheit und können jedem von uns passieren. Solche Versuche dienen nur dazu, Informationen über linke Zusammenhänge oder Einzelpersonen herauszufinden oder betroffene Personen einzuschüchtern und unter Druck zu setzen.

Auch hier gilt wie immer: Ruhe bewahren und keine Aussagen machen! Verweigert konsequent jedes Gespräch. Bei jeder noch so kleinen Diskussion können unter Umständen ungewollt Informationen preisgegeben werden. Noch viel gefährlicher sind aber die Versuche, zum Schein auf die Anwerbung einzugehen, um Informationen herauszubekommen. Die Leute sind psychologisch geschult und genau auf solche Situationen trainiert. Ihr zieht dabei den Kürzeren.

Prägt euch das Aussehen der Personen ein, erfragt den Namen und schreibt euch gegebenenfalls das Modell des Autos und das Kennzeichen auf. Auch ein Gedächtnisprotokoll ist für die Zukunft hilfreich.

Wer Betroffene*r ist von so einem Versuch, die*der sollte offen in seinem Umfeld damit umgehen und den Vorfall zudem der örtlichen Rechtshilfegruppe, z.B. der Roten Hilfe, oder einer anderen Antirepressionsgruppe melden. So ein Anquatschversuch macht Angst und unsere wirksamste Waffe dagegen ist ein offener und vertrauensvoller Umgang miteinander. Es ist nie zu spät sich mit Freunden über so eine Anquatsche zu unterhalten, auch wenn ihr das Gefühl habt etwas falsch gemacht zu haben.
So könnt ihr euch und andere schützen.

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